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Neue Spielregeln für Familien - die Rolle der Großeltern

In der Vergangenheit hatten die Großeltern zwar gesetzlich keine besonders umfangreichen Rechte, jedoch hat die Rechtsprechung mit einer Reihe von Urteilen die Position der Großeltern berücksichtigt und gestärkt.

So hat der Kassationsgerichtshof im vergangenen Jahr (mit Urteil Nr. 29735/2013) den Grundsatz vertreten, dass bei Ableben des Enkels auch den Großeltern ein Angehörigenschmerzensgeld zusteht – selbst dann, wenn Großeltern und Enkel nicht unter einem Dach zusammengelebt haben.

Dafür genügt es, wenn die Großeltern den Nachweis erbringen, dass ein inniges Verhältnis zwischen ihnen und den Enkelkindern bestanden hat. Dafür müssen regelmäßige Treffen nachgewiesen werden. Pro Großelternteil können Ansprüche bis zu Euro 140.000,00 geltend gemacht werden.

Das Kassationsgericht hat in Vergangenheit auch bereits festgehalten, dass Oma und Opa angehalten werden können, zum Unterhalt ihres Enkelkindes beizutragen. Wenn zum Beispiel eine Mutter nachweisen kann, dass sie nicht in der Lage ist, allein für ihr Kind zu sorgen und der Kindsvater säumig ist, können die Großeltern zur Zahlung eines Unterhaltsbeitrages verpflichtet werden.

Mit der Reform haben nun auch die Großeltern das Recht, mit den Enkelkindern regelmäßige Kontakte zu pflegen. Sollte dieses Recht von den Eltern nicht gewährt werden, können die Großeltern entsprechende gerichtliche Schritte einleiten.

Bereits vor dieser Reform war man allgemein bemüht, den Kindern das Recht einzuräumen, regelmäßige Kontakte zu den Großeltern zu pflegen. Jedoch hatten letztere keine sichere rechtliche Handhabe, ihren Anspruch durchzusetzen. Eine solche ist nun gegeben.



 

  • Veröffentlicht: WIKU

WIKU = wöchentliche Beilage der Südtiroler Tageszeitung Dolomiten, auf Wirtschaftsfragen fokussiert.
Dolomiten = Südtiroler Tageszeitung Dolomiten der Verlagsanstalt Athesia.